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Weiterlesen...Sankt Paul ist eine der vier Papstbasiliken und nach dem Petersdom die zweitgrößte. Errichtet wurde sie an der Grabstätte des Apostels Paulus. Seit 1980 zählt dieses beeindruckende Gotteshaus, das schon seit dem Jahr 300 n. Chr. Ziel zahlreicher Pilger ist, zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Für die Christenheit wie für die Kunstgeschichte ist diese Basilika von immenser Bedeutung. Bewundern lassen sich hier nicht nur zahlreiche Kunstwerke, darunter eine vollständige Sammlung von Medaillons mit Papstporträts, sondern auch die prächtigen Außenbereiche: die goldglänzenden Mosaiken der Fassade, die Säulengänge, die Gärten und ein atemberaubender Kreuzgang. Im Zentrum der Basilika steht außerdem eine berühmte Prophezeiung, von der weiter unten die Rede sein wird.
Die Ursprünge dieser Basilika reichen weit zurück. Neben ihren gewaltigen Ausmaßen ist es vor allem der byzantinische Charakter von Bauwerk und Ausstattung, der diese Kirche auszeichnet. Der Überlieferung nach entstand die Basilika genau an jener Stelle, an der Timotheus, ein Schüler des Paulus, den Leib des Heiligen bestattete, nachdem dieser in der Nähe das Martyrium erlitten hatte, dort, wo heute die Abtei der Tre Fontane steht. Jüngere Ausgrabungen haben diese Annahme bestätigt und die Überreste einer großen antiken Begräbnisstätte zutage gebracht.
Im Jahr 330 n. Chr. ließ Papst Silvester hier eine erste, kleine Kirche errichten, ausgerichtet auf Jerusalem. Nur wenige Jahre später, im Jahr 390, wurde eine weitere, deutlich größere Basilika eingeweiht, um den zahlreichen Pilgern Platz zu bieten, die aus allen Winkeln der damals bekannten Welt kamen, um dem Heiligen ihre Ehre zu erweisen. Der Bau erstreckte sich über die Herrschaft dreier verschiedener Kaiser. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mit Kunstwerken bereichert und teilweise restauriert, wobei die ursprüngliche Form des Bauwerks stets erhalten blieb. Selbst nachdem ein gewaltiger Brand große Teile der Basilika zerstört hatte, wie in einem der folgenden Kapitel geschildert wird, ließen die Päpste sie fast originalgetreu wieder aufbauen.


Vor der Kirche erstreckt sich ein großer, von vier Seiten umschlossener Portikus mit einer Marmorstatue des heiligen Paulus in der Mitte. Dieser Teil des Komplexes ist recht jung, denn er wurde erst zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts vollständig errichtet. Oben lassen sich die Mosaiken der Fassade bewundern, die Christus, die Apostel Petrus und Paulus sowie die Propheten darstellen. Der Glockenturm hingegen ist älter und stammt aus dem neunzehnten Jahrhundert.
Diese außergewöhnlich große Kirche, 130 Meter lang, 65 Meter breit und 30 Meter hoch, ist ein imposantes Zeugnis nicht nur der sakralen Kunst, sondern der Kunstgeschichte im Allgemeinen. Sie ist in fünf Schiffe unterteilt und folgt dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes. In diesem Artikel lässt sich unmöglich jedes einzelne Kunstwerk aufzählen! Im Folgenden finden Sie jene, die Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten.
Die Papstporträts - Blickt man über die Bögen der Seitenschiffe nach oben, erkennt man eine aus kreisförmigen Mosaiken gebildete Verzierung. Es sind 256 an der Zahl, und sie zeigen alle Päpste, von Petrus bis Papst Franziskus. Wirklich realistische Porträts sind allerdings nur jene der Päpste ab dem Jahr 1500.
Der Triumphbogen - Dieses antike Mosaik stammt aus byzantinischer Zeit. Auftraggeberin dieses Kunstwerks, das Christus als Pantokrator mit Petrus und Paulus darunter zeigt, war Galla Placidia, eine mächtige und berühmte römische Adlige: Tochter eines Kaisers, Enkelin dreier weiterer, Gemahlin erst eines Westgotenkönigs und später eines römischen Kaisers. Während der Herrschaft ihres Sohnes, Kaiser Valentinian III., der im Alter von sechs Jahren gekrönt wurde, führte sie die Regentschaft.
Apsis - Die Apsis zeigt Christus den Erlöser mit den Evangelien, die Heiligen Petrus und Paulus, die Apostel und Papst Honorius III. Dieses Mosaik entstand im Jahr 1200 unter seinem Pontifikat.
Seitenkapellen - Zu beiden Seiten der Apsis liegen vier Kapellen. Die zweite von links wird Kapelle des Allerheiligsten Sakraments genannt. Hier lässt sich ein hölzernes Kruzifix aus dem dreizehnten Jahrhundert bewundern. Nahe der letzten Kapelle rechts liegt das Oratorium San Giuliano mit kostbaren, original erhaltenen Fresken aus dem zwölften Jahrhundert.
Ziborium - Das Ziborium, jener baldachinartige Aufbau über dem Hauptaltar, hat sich wie durch ein Wunder bis heute praktisch unversehrt erhalten. Entworfen wurde es im Jahr 1285 von Arnolfo di Cambio im gotischen Stil.
Das Grab des heiligen Paulus, die Ketten und die ewige Flamme - In der Mitte, unterhalb des Ziboriums, befindet sich die Grabstätte des heiligen Paulus, die etwas tiefer als der Boden liegt. Dort findet sich auch ein beleuchteter Schrein mit den Ketten, die Paulus vor seinem Martyrium gefangen hielten. Daneben brennt eine Lampe mit einer Flamme, die "ewige Flamme" genannt wird und von den Benediktinermönchen als Zeichen ihres lebendigen Glaubens stets am Brennen gehalten wird.
Der Kreuzgang - Neben der Basilika liegt der wunderschöne Kreuzgang, den die Familien Cosmati und Vassalletto, berühmte römische Marmorkünstler, zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts errichteten. Es ist ein ausgesprochen friedlicher Ort, geschmückt mit sorgfältig gepflegten Beeten. Er zählt zu den absoluten Meisterwerken dieser Art von Architektur, was vor allem dem Einsatz von Pietro Vassalletto zu verdanken ist, der auch den Kreuzgang von San Giovanni in Laterano errichtete. In die Wände eingraviert finden sich sechs Beispiele der Triplice Cinta (drei konzentrische Quadrate), ein Symbol, dessen Ursprung nicht ganz geklärt ist, das aber offenbar mit der Form der Gärten Salomos in Verbindung steht. Es besitzt auch eine esoterische Bedeutung und findet sich häufig in Sakralbauten, die mit starken Energiefeldern in Verbindung gebracht werden. Das Symbol entspricht zudem dem seit dem Mittelalter beliebten Brettspiel Tria.

Malachias war ein Benediktinermönch, der im zwölften Jahrhundert in Irland lebte. Vierhundert Jahre nach seinem Tod wurde ein ihm zugeschriebenes Dokument veröffentlicht. Auf diesem alten Pergament beschrieb er, beginnend mit seinem Zeitgenossen Cölestin II., alle künftigen Päpste mit knappen, aber erstaunlich zutreffenden Anmerkungen. Malachias erklärte, dass nach Cölestin noch 111 weitere Päpste folgen würden. Nach dem letzten Papst dieser Liste werde die Kirche ihr Ende finden, und möglicherweise auch die Welt!
Unglaublich, aber die Papstporträts in der Basilika, von Cölestin an gezählt, sind tatsächlich genau 111, und das letzte zeigt Papst Franziskus. In Wirklichkeit befindet sich dieses Porträt jedoch am Ende eines Kirchenschiffs: Gleich um die Ecke warten weitere leere Kreise darauf, die Gesichter der nächsten Päpste aufzunehmen. Zudem hegen Historiker erhebliche Zweifel an der Echtheit des Malachias-Pergaments: Es könnte sich um eine im sechzehnten Jahrhundert geschickt angefertigte Fälschung handeln.
Im Jahr 1823 ließ ein Arbeiter, der auf dem Dach der Basilika Reparaturarbeiten ausführte, versehentlich ein Feuer unbeaufsichtigt, das er zur Beleuchtung seines Arbeitsplatzes entzündet hatte. Ein Brand brach aus und hüllte die Basilika stundenlang in Flammen, wobei große Teile zerstört wurden. Einige Bereiche blieben wie durch ein Wunder erhalten, darunter der Triumphbogen, das Ziborium, die Mosaiken der Apsis und der Kreuzgang.
Das Ereignis traf die römisch-katholische Gemeinschaft so tief, dass man den damaligen, schwer erkrankten Papst nicht über die Katastrophe informierte. Sein Nachfolger, Leo XIII., leitete die aufwendigen und kostspieligen Wiederaufbauarbeiten ein. Das ambitionierte Ziel war, die Basilika exakt so wieder aufzubauen, wie sie gewesen war.
Es wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, an der sich zahlreiche Monarchen beteiligten, darunter der Zar von Russland, die Könige von Frankreich und den Niederlanden sowie der Vizekönig von Ägypten. Manche von ihnen, wie der Zar, schickten sogar kostbare und seltene Baumaterialien, etwa Lapislazuli für die Mosaiken und Alabastersäulen. Die neue Basilika wurde 1854 eingeweiht, doch die Restaurierungsarbeiten zogen sich bis 1930 hin. Bei Renovierungsarbeiten am Boden im Jahr 2006 kam der Sarkophag des heiligen Paulus zum Vorschein, der heute sichtbar ist. Er befindet sich nahe dem Altar, knapp unterhalb des Bodenniveaus der Basilika.
Im Bereich direkt außerhalb der Kirche lässt sich eine 2008 entdeckte archäologische Ausgrabungsstätte besichtigen. Hier finden sich die Überreste eines antiken Pilgerklosters, das auf das Jahr 600 n. Chr. zurückgeht. Zu sehen ist auch eine Galerie mit Fundstücken aus der antiken Basilika sowie Kunstwerken, die während der Ausgrabungen entdeckt wurden. Hinzu kommt eine Kunstgalerie, in der Gemälde, hölzerne Tafeln, sakrale Gegenstände und eine kostbare Bibel aus karolingischer Zeit (9. Jahrhundert) ausgestellt sind.
Die Basilika liegt an der Piazzale San Paolo 1. Geöffnet ist sie täglich von 7:00 bis 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Kreuzgang und Ausgrabungsstätte sind von 9:00 bis 17:30 Uhr zugänglich. Für den Besuch dieser Bereiche kostet das Ticket regulär € 4, ermäßigt € 3.
Die Basilika St. Paul vor den Mauern (italienisch: San Paolo Fuori le Mura) zu erreichen, ist ganz einfach.
Mit der Metro: Linie B bis zur Station "San Paolo Basilica".
Mit dem Bus: Linie 23 bis zur Haltestelle "Ostiense/LGTS San Paolo".
Im Komplex der Basilika befindet sich ein Souvenirshop mit zahlreichen Artikeln, darunter Mosaiken, Münzen und Reproduktionen der in der Kirche ausgestellten Kunstwerke. Zudem gibt es ein großes, modernes Café, ideal für eine Pause mit einem guten Kaffee oder einem Snack.
Auf Anfrage lassen sich gegen Gebühr geführte Gruppentouren buchen. In der Kirche darf fotografiert werden, sowohl mit der Kamera als auch mit dem Smartphone, jedoch ohne Stativ.
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