
Rom wurde zwar nicht an einem Tag erbaut, aber Sie können das Beste davon an nur einem Tag sehen! Sichern Sie sich die Rom Tourist Card und Sie sind mit Ihrer Touristenkarte für Rom für die wichtigsten Orte in Rom bestens gerüstet.
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Weiterlesen...Gleich neben dem nördlich gelegenen Viertel Trieste liegt das Quartiere Coppedè, ein verblüffendes Ensemble aus Gebäuden und Straßen auf recht kleinem Raum, dessen Herzstück die Piazza Mincio bildet. Wer sich in dieser Gegend Roms aufhält, sollte sich einen kurzen Spaziergang durch diesen einzigartigen, fast bizarren Ort nicht entgehen lassen. Es handelt sich um eine seltene Perle des Jugendstils, ein Ort, der sich völlig von allen anderen Ecken der Stadt unterscheidet.
Entworfen wurde das Viertel vom visionären Künstler und Architekten Gino Coppedè und umfasst 18 Palazzi sowie 27 Gebäude und Villen. Zwischen 1920 und 1930 errichtet, feiert es eine Vielzahl architektonischer und künstlerischer Stile, vom antiken Rom über bizarre gotische Anklänge bis hin zu Jugendstilelementen und orientalischen Einflüssen. Ein Ort mit hypnotischem, mitunter geheimnisvollem Charme. Coppedè ließ sich von zahlreichen künstlerischen Strömungen und mythologischer Symbolik inspirieren und verschmolz sie zu etwas Neuem, fast Übernatürlichem, das dem Begriff Architektur eine ganz eigene Bedeutung verleiht.···
Nach Gino Coppedès Tod vollendete sein Schwager Paolo Emilio André das Werk. Der gesamte Ort versprüht eine märchenhafte Atmosphäre: Grüner Efeu überzieht die Fassaden, während Figuren und Marmorskulpturen den Eindruck erwecken, gleich zum Leben zu erwachen, sobald man vorbeigeht, nur um wieder zu erstarren, sobald man stehen bleibt und genauer hinsieht.

Der Zugang zum Coppedè führt durch einen Torbogen, der zwei Gebäude miteinander verbindet. Rechts erblickt man eine Madonna mit dem Jesuskind, während unter dem Bogen ein gewaltiger schmiedeeiserner Kronleuchter hängt, der nachts sogar beleuchtet wird. Hinzu kommt eine Verzierung, die an den Heiligen Gral erinnert, sowie zahlreiche apotropäische Figuren, also Bilder oder Objekte, die dem Aberglauben nach das Böse abwehren sollen.
Mitten auf der Piazza Mincio steht die Fontana delle Rane, der Froschbrunnen, ein Marmorwerk, das in seinem ursprünglichen strahlenden Weiß restauriert wurde. Dieser Brunnen mit seinem märchenhaften, eklektischen Stil bringt die Kunst Coppedès auf den Punkt.·
Auf der rechten Seite erhebt sich der Palazzo del Ragno, benannt nach der Spinne, die auf dem zentralen Buntglasfenster der Fassade abgebildet ist, flankiert von Säulen und Bögen im assyrisch-babylonischen Stil. Das äußerst kunstvolle Design ist eine Hommage an den Fleiß der Spinne.
Dieses einzigartige „Konzeptviertel“ sucht seinesgleichen und trägt sogar die Signatur seines Schöpfers, eingraviert an einer der Säulen. Heute beherbergen die Palazzi Botschaften, eine Schule und private Wohnungen. Im Inneren finden sich wertvolle Mosaike im römischen Stil und farbig glasierte Fliesen. Eines der Chalets war einst die Privatresidenz von Beniamino Gigli, einem der berühmtesten Opernsänger des 20. Jahrhunderts.


Zu den eindrucksvollsten Komplexen zählt die Villa delle Fate, drei Chalets, die sich die Außenmauern teilen. Der Architekt wollte hier der Kultur und Kunst von Rom, Florenz und Venedig Tribut zollen und schuf einen Mischstil aus Mosaiken und Verzierungen mit Romulus und Remus, Porträts der Dichter Dante und Petrarca sowie dem Löwen, dem Symbol Venedigs. Ein Ensemble, das sich kaum in Worte fassen lässt, doch wer es mit eigenen Augen sieht, entdeckt eine ungewöhnliche Harmonie in all seinen eklektischen Formen und Themen.
Die Villen befinden sich in Privatbesitz. Die Immobilienpreise hier stehen jenen im historischen Zentrum in nichts nach, eher im Gegenteil: Sie erreichen bis zu 7.000 Euro pro Quadratmeter. Zudem sind die Chalets in der Regel großzügig geschnitten. Derzeit steht eines zum Verkauf (600 qm) für insgesamt 4,5 Millionen Euro. Falls also jemand ein Pied-à-terre in Rom sucht!

Gino Coppedè soll der Freimaurerei angehört haben und bediente sich gezielt entsprechender Symbolik, etwa Verzierungen aus der Tempelritter-Tradition sowie Säulen, die an jene des Salomonischen Tempels erinnern. Manche Interpretationen deuten das gesamte Viertel als eine Art Initiationsreise, die in dem Moment beginnt, in dem man den Torbogen durchschreitet, und sich fortsetzt beim Betrachten der Masken, Ritter und mythologischen Figuren, die Teil der äußeren Fassadengestaltung sind.
Schlendert man durch diese fast menschenleeren Straßen, denn nur wenige Bewohner leben hier, spürt man schnell den fesselnden, intensiven Zauber dieses Ortes. Nicht ohne Grund fanden mehr als ein Regisseur diese Atmosphäre äußerst filmreif und wählten Coppedè· als Schauplatz für ihre Werke. Der wohl bekannteste unter ihnen ist Dario Argento, berühmt für seine Kult-Horrorfilme. Der Regisseur lebt übrigens im nahegelegenen Viertel Parioli, das Coppedè also quasi zu seiner Nachbarschaft macht.·
Auf einer völlig anderen Note gibt es noch eine amüsante Anekdote rund um den Brunnen, in der Hauptrolle: die Beatles. Die Fab Four waren im Sommer 1965 auf Italien-Tournee und traten im nahegelegenen Club „Piper“ auf, der übrigens bis heute existiert. Die Nacht war so schwül, dass sie nach dem Konzert, noch in ihren Bühnenoutfits, kurzentschlossen in den Brunnen sprangen und mit dem erfrischenden Wasserspiel herumtollten. Leider konnten wir kein Foto oder Filmmaterial davon finden: Mobiltelefone waren damals noch nicht erfunden, und offenbar war auch kein Paparazzo zur Stelle. Ob es sich nur um eine Legende handelt? Eines steht jedenfalls fest: Der Coppedè übt auf jeden eine geradezu magnetische Wirkung aus. Trotzdem: Bitte nicht die Beatles nachmachen, sonst holt Sie ein Bußgeld ganz schnell zurück in die Realität!·······
Das Viertel liegt zwischen den Straßen Via Tagliamento, Via Arno und Via Ombrone. Vom Stadtzentrum aus gelangt man mit den Bussen 86 oder 92 hierher, Ausstieg an der Piazza Buenos Aires. Der Eingang zum Coppedè befindet sich an der Ecke Via Arno / Via Tagliamento.
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